Korrektur zum unsinnigen Artikel zuvor
Wir hatten uns das ja immer geschworen, der Michael Wildberg und ich, dass wir das von uns Geschriebene einfach stehen lassen, redigieren, das machen halt Zeitungen und eitle Schreiberlinge, die das, was sie schreiben, auch meinen und verstanden wissen wollen. Weit weg sind wir davon, der Michael Wildberg und ich, aber um mal den eignen Grad des Erstaunens dazustellen: Hier kommt die Konkretisierung des Textes „Kapitulation als Zwangsläufigkeit.
Schon die Überschrift! Wer denkt denn da mal an den Leser? Kapitulation, allein das Wort schon! Größer geht es ja wohl nicht. Warum nicht einfach Worte benutzen, die nicht gleich an das schlimmste denken lassen, warum immer im Superlativ schreiben, maximal auf Höhe des Komparatives, das muss allemal reichen für unsere bescheidenen Zwecke. Besser wäre es gewesen, den Text schlichtweg „Schweigen als Zwangsläufigkeit“ zu nennen. (Wenn auch Tocotronic das schon gut gemacht haben, mit der Kapitulation: Du musst nicht zeigen was du kannst. Aber das soll der Leser mal ahnen, der hat ja sein eignes Gehirn, nicht meins.)
Kapitulation also nicht als Selbstaufgabe, sondern als Verzicht: Verweigerung der Teilnahme, Verweigerung jeglicher Form möglicher Anschlussfähigkeit. Anders also ein Terroranschlag, der ja Anschlussfähigkeit durch rigiden Kommunikationsabbruch schafft (Wildberg kann da referieren!), schlichtweg: Schweigen als letzte Option, als beste Option, als erste Option. Echt ey.
Zweiter Kritikpunkt: Den wichtigsten Satz des Textes sollte man doch kenntlich machen, kursiv oder fett oder so was, denn wie zur Hölle soll der Leser den denn erkennen? Wie hoch ist bitte die Chance, irgendwelchen Unsinn als Feedback um die Ohren zu bekommen, woran man ja selber Schuld ist. Denn der Leser kann es nicht wissen, jedes Gericht würde ihn freisprechen, dass die magere Substanz des Textes keineswegs im öden Geseiere der späten Absätze steckt, sondern im simplen Startsatz: „dass das schon wieder ein Text werden soll hier, der Text steht meinem Schreiben nur strukturell im Weg.“
Immer dieser Quatsch mit den Texten nämlich, die dann da wieder so stehen und der Leser immer schon meint, er hätte einen Sinn oder ein Anliegen und eine Botschaft und etwas, worauf er sich beziehen kann, was gesagt werden soll. Eine Einladung zur Anmaßung, der Antwort nämlich, die alle komplett absurd macht, denn wie soll auf etwas geantwortet werden, das keine Intention hat, keine Einladung ist. Ned Flanders war einmal böse, eine Folge lang, und sagte zu Maggie Simpson: „Du bist die Antwort auf eine Frage, die nie gestellt wurde.“ Das kann clever sein, oder komplett nervig. Augen des Betrachters eben.
Mein Ekel vor dem Diskurs jedenfalls, der die blasse Grundlage des Textes war, die sich auch schon in ihrer bloßen einmaligen Andeutung erschöpft hatte, kann nur ins Chaos führen. Andreas Maier, was (nicht mal mehr) zu beweisen war, Verstehensversuche irgendwo zwischen Obszönität und Schwachsinn und das allerschlimmste wird immer gleich mitgeliefert: Ich will nur einen Diskurs vermeiden und kriege dann gleich die Schuldfrage geklärt, die ich nie gestellt habe, weil sie ja eben Teil exakt dieses Diskurses ist, den ich nicht führen mag, der mir Angst macht. Aber mit Nachsicht darf nicht gerechnet werden, dafür wird sich aufs Verstehen viel zu viel eingebildet.
Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, vorbei am Text zu schreiben, also zu schaffen, dass hier am Ende mal tatsächlich nichts steht, außer den Worten. Kein Mehrwert, keine mitzufühlenden Emotionen, keine Einladung zum Verstehen, kein Zwischen-den-Zeilen-Text, das ist meine Schreiberei, ich dulde da keine Einmischung, Gott sei Dank ist die dämliche Kommentierfunktion hier defekt, endlich mal macht mir das Freude, dieses sonstige Ärgernis, so fuchtelt mir endlich mal niemand mit seinem Ich-habs-Verstanden-Irrsinn vor der Nase rum.
Schon die Überschrift! Wer denkt denn da mal an den Leser? Kapitulation, allein das Wort schon! Größer geht es ja wohl nicht. Warum nicht einfach Worte benutzen, die nicht gleich an das schlimmste denken lassen, warum immer im Superlativ schreiben, maximal auf Höhe des Komparatives, das muss allemal reichen für unsere bescheidenen Zwecke. Besser wäre es gewesen, den Text schlichtweg „Schweigen als Zwangsläufigkeit“ zu nennen. (Wenn auch Tocotronic das schon gut gemacht haben, mit der Kapitulation: Du musst nicht zeigen was du kannst. Aber das soll der Leser mal ahnen, der hat ja sein eignes Gehirn, nicht meins.)
Kapitulation also nicht als Selbstaufgabe, sondern als Verzicht: Verweigerung der Teilnahme, Verweigerung jeglicher Form möglicher Anschlussfähigkeit. Anders also ein Terroranschlag, der ja Anschlussfähigkeit durch rigiden Kommunikationsabbruch schafft (Wildberg kann da referieren!), schlichtweg: Schweigen als letzte Option, als beste Option, als erste Option. Echt ey.
Zweiter Kritikpunkt: Den wichtigsten Satz des Textes sollte man doch kenntlich machen, kursiv oder fett oder so was, denn wie zur Hölle soll der Leser den denn erkennen? Wie hoch ist bitte die Chance, irgendwelchen Unsinn als Feedback um die Ohren zu bekommen, woran man ja selber Schuld ist. Denn der Leser kann es nicht wissen, jedes Gericht würde ihn freisprechen, dass die magere Substanz des Textes keineswegs im öden Geseiere der späten Absätze steckt, sondern im simplen Startsatz: „dass das schon wieder ein Text werden soll hier, der Text steht meinem Schreiben nur strukturell im Weg.“
Immer dieser Quatsch mit den Texten nämlich, die dann da wieder so stehen und der Leser immer schon meint, er hätte einen Sinn oder ein Anliegen und eine Botschaft und etwas, worauf er sich beziehen kann, was gesagt werden soll. Eine Einladung zur Anmaßung, der Antwort nämlich, die alle komplett absurd macht, denn wie soll auf etwas geantwortet werden, das keine Intention hat, keine Einladung ist. Ned Flanders war einmal böse, eine Folge lang, und sagte zu Maggie Simpson: „Du bist die Antwort auf eine Frage, die nie gestellt wurde.“ Das kann clever sein, oder komplett nervig. Augen des Betrachters eben.
Mein Ekel vor dem Diskurs jedenfalls, der die blasse Grundlage des Textes war, die sich auch schon in ihrer bloßen einmaligen Andeutung erschöpft hatte, kann nur ins Chaos führen. Andreas Maier, was (nicht mal mehr) zu beweisen war, Verstehensversuche irgendwo zwischen Obszönität und Schwachsinn und das allerschlimmste wird immer gleich mitgeliefert: Ich will nur einen Diskurs vermeiden und kriege dann gleich die Schuldfrage geklärt, die ich nie gestellt habe, weil sie ja eben Teil exakt dieses Diskurses ist, den ich nicht führen mag, der mir Angst macht. Aber mit Nachsicht darf nicht gerechnet werden, dafür wird sich aufs Verstehen viel zu viel eingebildet.
Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, vorbei am Text zu schreiben, also zu schaffen, dass hier am Ende mal tatsächlich nichts steht, außer den Worten. Kein Mehrwert, keine mitzufühlenden Emotionen, keine Einladung zum Verstehen, kein Zwischen-den-Zeilen-Text, das ist meine Schreiberei, ich dulde da keine Einmischung, Gott sei Dank ist die dämliche Kommentierfunktion hier defekt, endlich mal macht mir das Freude, dieses sonstige Ärgernis, so fuchtelt mir endlich mal niemand mit seinem Ich-habs-Verstanden-Irrsinn vor der Nase rum.
lifeartentertainment - 21. Mär, 19:27