Mehr als Violet Kiani geht nicht

Von Atze Bidulski

In einer Welt, die nur aus Kultur bestehen und nur mit Kultur funktionieren würde, wäre Violet Kiani die Herrscherin. Das glaube ich ganz sicher und freue mich über diesen Gedanken sehr. Violet Kiani, ein perfekter Name, der überhaupt keine Wahl lässt. Weder mir, noch ihr.

Es ist zwingend nötig, dass jemand, der Violet Kiani heißt, im Magazin der Zeit über die Notwendigkeit schöner Laptoptaschen schreibt, das ist gewissermaßen selber eine Notwendigkeit, zugleich aber auch eine Gerechtigkeit, eine kulturelle.

Violet Kiani hat gezeigt, dass sie mehrfach, ja wohl sogar unendlich (theoretisch!) reflektieren kann, was entweder sehr applauswürdig, oder aber auch recht egal ist. Das Konkrete mag bewerten, wer es interessant findet oder eine Meinung zu Laptoptaschen hat. Abstrakt, soviel Wahrheit ist erkennbar, bin ich aber vollends verliebt in Violet Kiani.

Sollte Violet Kiani einmal ihren Namen googlen, was ein absolut verzeihlicher Makel an ihrer unumstrittenen, geradezu strukturellen Großartigkeit und Würde wäre, möge sie sich ein wenig geehrt fühlen. Das soll dann aber auch schon alles sein, denn es ist natürlich irrelevant und völlig unnötig, dies alles hier.

Es bleiben ihr wesentlich wichtigere Aufgaben, vielleicht sogar Missionen, das traue ich mich hier einmal so auszudrücken. Zwingen nötig ist es unter anderem, dass Violet Kiani etwas lassiv raucht, während sie durch eine Zeitschrift blättert. Zu dieser Zeitschrift hat sie, wie auch zur direkten Umgebung in, sagen wir mal, einen Straßencafe, eine halb interessierte und halb herablassende Haltung, was auch an der Art, wie sie Zigarettenrauch auspustet, deutlich und unmissverständlich wird.

Dass Violet Kiani diese und andere großartige Dinge tut, ist zwingend notwendig, eine Kultur baut exakt darauf auf. Ob wir, auch das will ich jetzt mal so formulieren, noch Vorbilder brauchen, ist vielleicht umstritten, vor allem aber auch völlig egal, aber wir, wir brauchen auf jeden Fall Violet Kiani.

Denn mögen wir, wie es Andreas Maier schreibt, auch alle falsch sein – und das auch noch aus einer bewussten Entscheidung oder zumindest einer eigens verschuldeten Trägheit, so bleibt uns die Möglichkeit, zwar keine Wahrheit, aber Großartigkeit zu finden. Nämlich, in dem wir es bestimmen, festlegen, uns herausnehmen. Ganz ohne Diskussion, die wäre bei Violet Kiani ja auch völlig unnötig.

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